Theorie tl;dr: Über die Bedeutung der Form

Too long; didn’t read: Texte aus Drehbuch-, Film- und Welttheorie, kurz, knapp, bündig zusammengefasst und auf ihren Wert fürs filmschreiben hin geprüft. Heute: Joseph Campbells The Importance of Rites.

In 140 Zeichen (Was ist das?): Gesellschaft entwickelt Kultur in Formen und entwickelt sie fort. Innerhalb der Form ist der Mensch (künstlerisch) frei (sie zu entwickeln).

In 50 Worten (Was ist das?): Riten geben dem Menschen, der weniger vor sondern vor allem nach seiner Geburt geprägt wird, geprägt werden muss, eine Struktur; seiner Kultur eine Form, innerhalb der er frei handeln, denken und weiterdenken kann, mit deren Missachtung oder Zerstörung er sich aber von der Gesellschaft löst bzw. sich die Gesellschaft auflöst.

Die Erkenntnis: Der Künstler muss die Form beherrschen, nicht um sie unreflektiert wiederzugeben, sondern um sie zu verstehen und weiterzuentwickeln. Wer sich die Form so sehr zu eigen gemacht hat, dass er sich darin frei bewegen kann, der brächte es in ihr zu einem Ausdruck, dessen Kraft und Größe ihm ohne die Form verwehrt geblieben wäre. Bewegt er sich außerhalb der Form, bewegt er sich außerhalb der Gesellschaft und kann nichts zu ihr beitragen. Die Form ist jedoch nur das Mittel der Kunst, noch keine Kunst an sich.

Von speziellem Interesse (I) für das Coming of Age/Rites of Passage-Genre: Die Gesellschaft hat also in der Zeit ihres Bestehens Formen entwickelt, in die die jungen hineinzuwachsen haben. Der letzte, wichtigste Schritt aber ist, dass sie die Formen hinterfragen, verstehen und weiterentwickeln können.

Von speziellem Interesse (II) für das Storyworld Design: Leo Frobenius und dessen These, dass die Menschen auf ihrer Suche nach Form sich als Jäger zunächst an den Tieren orientierten, als Ackerbauer an den Pflanzen, als Wissenschaftler an den Sternen.

Gutes Schlusswort:

[…] the artist who would be known has to go to cocktail parties to win commissions, and those who win them are the ones who are not in their studios but at parties, meeting the right people and appearing in the right places.

Na gut, vielleicht auch das:

[…] The center of mystery now is man himself: man as a Thou, one’s neighbor; not as „I“ might wish him to be, or may imagine that I know and relate to him, but in himself, thus come, as a being of mystery and wonder.

Joseph Campbell: The Importance of Rites. Aus: Myths to Live By (bei Google Books).

We can cover that by a line of dialogue...

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