Houellebecqs UNTERWERFUNG im Fernsehen

Als Methusalem dieses filmschreiben-Blogs habe ich ein paar Tage gewartet, weil ich jüngeren Kollegen in diesem Fall den Vortritt lassen wollte. Ist das so, dass dieser Ausnahme-TV-Film, Unterwerfung, keiner näheren Betrachtung und Diskussion für würdig betrachtet wird? Mich jedenfalls hat es am letzten Mittwoch vor dem Fernseher geradezu gerissen, ich fühlte mich in die Zeit vor 50 Jahren zurückversetzt, wo das TV-Spiel noch ein Experimentierfeld war und seine Quellen Theater und Journalismus.

Paul Feyerabends ZEITVERSCHWENDUNG – wieder gelesen und fündig geworden

Vor fast 24 Jahren ist der umstrittene Philosophieprofessor Feyerabend gestorben. Ich hatte ihn 1992 gebeten, aus seinen Dialogen ein Theaterstück zu machen, das ich hätte in Stuttgart inszenieren können, weil ich wusste, dass kreativ-künstlerisches Schreiben ein Lebenstraum von ihm war. Er soll übrigens die Idee zu der TV-Reihe Columbo gehabt haben, in der der Zuschauer … Weiterlesen

Zu Fatih Akins AUS DEM NICHTS

Die Kritiken zu Aus dem Nichts sind zwiespältig. In diesem Fall fällt mehr als üblich auf, dass einige Kritiker wohl einen anderen Film haben wollen, einen weniger subjektiven. Das bringt mich zu der Frage, ob es in der Kunst legitim ist, einzufordern, wie ein Thema zu behandeln ist. Ob es dafür so etwas wie objektive … Weiterlesen

Große Geschichten neu erzählen – ein TV-Konzept?

In den 80er-Jahren hat der damals gerade ZDF-Intendant gewordene Dieter Stolte das Fernsehen als den wichtigsten Geschichtenerzähler unserer Zeit bezeichnet. Denn: Erzählen Großmütter ihren Enkeln noch Märchen? Wie viele Leute lesen noch Romane, wie viele gehen ins Theater? Absolute Rating-Zahlen für die Buch-Medien sind in den Ranglisten nicht angegeben. Sehr hoch sind die wohl nicht. … Weiterlesen

Kurze Bemerkungen zu BORGMAN

Borgman wurde 2013 von unseren kleinen Nachbarn Holland, Belgien und Dänemark produziert, er war hier 2015 im Kino kaum aufgefallen, lief jetzt gerade im TV bei arte. Ich möchte mich nun nicht auf inhaltlich-moralische Diskussionen einlassen. Obwohl es gelegentlich mal Ansatzpunkte für eine Interpretation gibt, scheinen mir Debatten darüber völlig sinnlos. Das muss jeder für … Weiterlesen

Eine Stunde früher aufstehen und morgens schreiben

Jeder, der schon länger Autor ist, weiß aus Erfahrung, welche seine beste Zeit zum Schreiben ist. Journalisten müssen immer schreiben können, quasi auf Knopfdruck. Sachbuchautoren, wenn der kreativere Teil der Erforschung und Findung von Ideen und Struktur geleistet ist, dürften dann auch wie Journalisten reagieren können. Von den großen Schriftstellern weiß man die unterschiedlichsten Tages- … Weiterlesen

Ein 90-Minuten-Drehbuch portionieren

Man weiß zwar was man will, man kennt seine Story und seine Figuren schon ziemlich gut, aber wenn man die erste Seite schreibt, dann liegen noch ca. 90 Seiten in der amerikanischen Schreibweise (1 Seite = 1 Min Film) vor einem. Das ist wie ein Berg, den man ersteigen muss. Da hinaufzuschauen kann einen schon … Weiterlesen

Endkontrolle – Das Drehbuch in toto dargestellt

Die Prozesse von Kontrolle und Redaktion des eigenen Werkes sind mühsam. Und es besteht die Gefahr des Blindwerdens und des Überdrusses wegen zu häufiger Lektüre. Gelegentlich auch Anflüge von Kontrollwahn. Wir haben in den letzten Beiträgen den Akzent auf die Details gelegt, nun aber noch ein letzter Versuch einer kontrollierenden Gesamtschau. Da liegt das Buch … Weiterlesen

Die Detailkontrolle

Das Drehbuch hat Gestalt angenommen. Wir sind durchgekommen und haben das Traumwort aller Autoren hingeschrieben: ENDE. Dann beginnt ein wider Erwarten schwieriger Prozess. Bevor wir unser Drehbuch Anderen zu lesen geben oder gar irgendwo anbieten, müssen wir eine Funktion einnehmen, die gar nicht leicht ist. Wir müssen redigieren, Redakteur unserer selbst sein. Das beginnt mit … Weiterlesen

Wie man mit Sprache Handlung imaginiert

Wir haben uns in den letzten Blogs mit Dialogen beschäftigt. Nun kehren wir noch mal zu den für Film beinahe gleichwertigen Regieanweisungen zurück. Sie machen nicht nur das Setting, also Orte, Zeit und Atmosphäre klar, sondern auch das Handeln der Menschen im Film. Bevor der Darsteller seinen Mund aufmachen und reden kann, muss er erst … Weiterlesen

Noch etwas zum Dialog: Hilfsmittel Dialekt

Alles Prinzipielle zum Dialog ist bereits im vorigen Blog gesagt. Hier nur noch ein ganz einfaches Hilfsmittel: der Dialekt. Das heißt natürlich nicht, dass man seine Dialoge im Dialekt schreiben sollte. Produzenten, Redakteure und Schauspieler würden das nur im begründeten Fall akzeptieren. Es ist ja eher umgekehrt: Drehbücher sollen in Hochdeutsch verfasst sein und die … Weiterlesen