Filmförderlandschaft: Hügel, Tal, Berg

Der Filmförderung in Deutschland, ihrem System, ihren Vor- und Nachteilen und ihrer Bedeutung für uns als Filmschreiber und Filmschaffende werden wir uns noch sehr viel ausführlicher widmen (müssen). Aus aktuellem Anlass ein paar Überlegungen. Das Erich Pommer Institut hat Anfang der Woche eine „Studie zur Filmförderlandschaft in Deutschland“ für das Jahr 2012 veröffentlicht (Link). Gesellschafterin … Weiterlesen

Link: Filmförderung als Geld- und Qualitätsvernichtungsmaschinerie

Die WELT über den jährlichen Bericht des Erich-Pommer-Instituts (EPI) zur Filmförderung: „Mit 310 Millionen Euro im Jahr werden deutsche Filme gefördert. Doch das Ergebnis ist bitter: Immer mehr Produktionen bekommen immer mehr Geld – doch sie finden immer häufiger kein Publikum. Neunzehn Behörden des Bundes und der Länder kümmern sich allein um die Filmförderung. Also … Weiterlesen

Link: Wenn man uns doch nur ließe…

„Wenn man uns ließe, könnten wir es mit den Amerikanern und Skandinaviern mithalten.“ André Georgi, Orkun Ertener und Sascha Arango im ZEIT-Interview. Ist das so? Haben unsere Autorinnen und Autoren die gleiche Qualität wie die amerikanischen und skandinavischen? Liegt es lediglich daran, dass man sie nicht lässt? Meiner Meinung nach nein. Weil wir nicht die … Weiterlesen

Link: Miniserien würden kommen, wenn alles anders wäre

DWDL.de über eine Podiumsdiskussion mit Heike Hempel (ZDF, Fernsehfilm/Serie II), Katharina Dufner (ZDF, Fernsehfilm/Serie I), SWR-Fiction-Chefin Martina Zöllner und Degeto-Redaktionsleiter Sascha Schwingel auf dem FernsefilmFestival Baden-Baden zu dem Thema Serie, also eigentlich Fernsehfilme, aber dann doch irgendie Serie: viele Worthülsen, vollmundige Ankündigungen – wir werden sehen, ob Taten folgen. „Neue Miniserien brechen sich bahn, auch … Weiterlesen

Link: Autorin rechnet mit ARD und ZDF ab: „Kreativität: nicht vorhanden“

„[…] das was durch den politischen Einfluss, aber vor allem die vielen nicht künstlerisch ausgebildeten Entscheidungsträgern bei den Sendern letztendlich produziert wird, das kann man nur dilettantisch nennen[…].“

W&V: Autorin rechnet mit ARD und ZDF ab: „Kreativität: nicht vorhanden“.

Auftakt Urheberrecht, wahnsinnig schwierig

Am 31. Oktober hat der VDD (nein, nicht der; der!) auf seinem Blog berichtet, die Initiative Urheberrecht begrüße das Vorhaben unseres damals noch zukünftigen EU-Kommissars für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft Günther Oettinger, inzwischen im Amt, „große Online-Unternehmen wie Google zur Vergütung von Urhebern und ausübenden Künstlern heranzuziehen, wenn sie von den Werken dieses Personenkreises profitieren“ … Weiterlesen

Wie lernt man, Exposés zu schreiben?

Exposés schreiben muss man können. Denn Exposés sind ein wichtiges Autorenwerkzeug und ein mindestens genauso wichtiges Verkaufswerkzeug. Als Autorenwerkzeug dienen sie dazu, die Geschichte in einer einfachen Form darzustellen, um sie darauf aufbauend weiterentwickeln zu können. Funktioniert die Geschichte des Exposés nicht, bekommt man Schwierigkeiten im Treatment und scheitert spätestens im Drehbuch. Exposés sind Autorenwerkzeuge … Weiterlesen

Theorie tl;dr: Über das Überzeugen

Too long; didn’t read: Texte aus Drehbuch-, Film- und Welttheorie, kurz, knapp, bündig zusammengefasst und auf ihren Wert fürs filmschreiben hin geprüft. Heute der Essay Engineering of Consent von Edward L. Bernays. In 140 Zeichen (Was ist das?): Edward L. Bernays: Medien üben Einfluss auf die Haltungen und Handlungen der Öffentlichkeit aus. Aus großer Kraft … Weiterlesen

So geht man nicht mit Menschen um – nur mit Autoren

In einem etwas älteren Artikel in der FAZ beschreibt Markus Stromiedel seine Erfahrungen, die er als Autor mit Produktionsfirmen, Redaktionen und Verlagen gemacht hat. Kurz zusammengefasst: VerlagsautorInnen wird mit Wertschätzung begegnet –

„Herzlichen Dank, dass Sie uns Ihr Werk anvertrauen.“

– FernsehautorInnen nicht, ganz im Gegenteil:
FernsehautorInnen sind Erfüllungsgehilfen der Vorstellungen vieler Macher und Entscheider.

„Doch die negativen Erlebnisse sind symptomatisch für einen Geist, der in der Fernsehbranche herrscht und der meines Erachtens schuld daran ist, dass wir mit unserem fiktionalen Fernsehprogramm Zuschauer verlieren, schleichend, aber deutlich. Im Selbstverständnis vieler Macher und Entscheider sind Fernsehautoren Erfüllungsgehilfen ihrer eigenen konkreten Vorstellungen. Nicht das Unerwartete wird gesucht, sondern das Vertraute, das Gewohnte, zwar in stets neuem Gewand, im Kern aber gleich. Nicht Neugier und Wagemut bestimmen das Handeln, sondern der Wunsch, einen kreativen Prozess fest im Griff zu haben, von der Idee bis zum fertigen Produkt.“

Wie wohl jede Autorin und jeder Autor habe ich sehr positive Erfahrungen gemacht, aber auch negative: So habe ich einmal mit einer Redaktion und zweimal mit einer Produktionsfirma gut zusammengarbeitet. Die Gespräch waren freundlich, wertschätzend und konstruktiv, in einem wurde mir ein Vertrag zugesagt. Doch plötzlich war der Kontakt weg. Keine Antwort auf meine Mails, keine Reaktion auf meine Anrufe, oder wenn ich doch einmal die entsprechende Person ans Telefon bekam, dann war sie gerade in einer Besprechung oder unterwegs oder sonstwo und wollte mich zurückrufen. Was aber nie geschah.

Wieso ist das so? Wieso wird mit AutorInnen oftmals so umgegangen (mit anderen Kreativen vielleicht auch, das weiß ich nicht, ich kenne nur die Autorenperspektive)?
„Ein Film von…“ – Von wem ist ein Film nochmal?
Vor einigen Jahren war ich auf „Tatort Eifel„, eine hervorragende Veranstaltung für Krimimacher und –macherinnen. Dort gab es eine Premiere. Nach dem Film standen ein Moderator, der Regisseur, der Redakteur, ein Schauspieler und der Autor auf der Bühne, der Autor ganz außen. Der Moderator moderierte und parlierte, stellte enthusiastisch den Regisseur vor, den Redakteur, der ständig von „meinem Film“ sprach, und den Schauspieler und wollte schon weiter im Text als ihm plötzlich einfiel, dass da ja noch jemand steht, „ach ja, und das hier…“, er schaute auf seinen Karteikarten nach einem Namen, „…das hier…“, auch auf der letzten Karteikarte keiner, „…das hier ist der Autor, gut, wo waren wir stehen geblieben, ach ja, bei dem hervorragenden Regisseur…“. Der Autor wirkte angepisst. Verständlicherweise.

Vor ein, zwei Jahren sah ich den allerersten Tatort: „Taxi nach Leipzig“. Im Vorspann steht ganz groß „Ein Film von…“ und dann kommen die Namen des Autors und des Regisseurs. Im Abspann steht ganz groß „Ein Film von…“ und dann steht dort der Name des Autors. Nicht der des Regisseurs. Was ist seit dem geschehen?

Warum werden AutorInnen manchmal gar nicht mehr erwähnt? Warum findet eine solche Fixierung auf die Regisseure statt?
Wie sehr beeinflusst der Umgang mit AuroInnen ihr Schreiben und die Qualität ihrer Drehbücher?
Und hat die geringe Wertschätzung von AutorInnen unmittelabr etwas mit der Qualität der Drehbücher zu tun? Anders gefragt: Wären Drehbücher besser, wenn anders mit AutorInnen umgegangen würde?

Auch wenn es noch viele weitere Gründe gibt, die die Qualität von Drehbüchern und das Schreiben der AutorInnen beeinflusst, scheint der Umgang mit ihnen ein wesentlicher zu sein, wenn man sich die Antwort anschaut, die die Produzentin der dänischen Serie „Borgen“ Camilla Hammerich in einem Interview auf die Frage gibt, wie wichtig die Rolle des Drehbuchautors ist:
„Alle verfolgen eine Vision, und das ist die des Autors.“

Der Autor ist das Herzstück, das innere Geheimnis des Erfolgs. Daher wird er vom Sender DR festangestellt und hat inhaltlich das letzte Wort. Alle verfolgen „eine Vision“, wie wir es nennen, und das ist die des Autors. Wir haben bei „Borgen“ alle für Adam Price gearbeitet und versucht, seine Vision umzusetzen. Das geht vor allem deshalb, weil der DR fast 90 Prozent des Budgets der Serie bestreitet. Das bedeutet, dass nur wenige Koproduzenten beteiligt sind und ganz wenige Leute Entscheidungen treffen…insgesamt ist der Autor sehr frei in seinen Entscheidungen.

Link: Fernsehen, eine deutsche Kulturtragödie

„Im deutschen Fernsehen läuft viel Quatsch. Das wäre nicht so schlimm, wenn der Fleiß, mit dem dieser Quatsch hergestellt wird, nicht einherginge mit der Verweigerung, große Geschichten zu erzählen. Während in den USA das Fernsehen eine Renaissance des Erzählens schafft, wird die deutsche Gegenwart tagein, tagaus durch Kommissare erzählt, die auf eine jeweils regionale Wasserleiche … Weiterlesen

Link: Filmstoffentwicklung – Tag der Dramaturgie am 8.11.14

Unter anderem mit folgenden Veranstaltungen:  Who Am I. Regisseur und Autor Boran bo Odar und Co-Autorin Jantje Friese über Chancen und Risiken des Genre-Kinos in Deutschland Serienentwicklung im Writers‘ Room. Autor und Regisseur Matthias Glasner und Autor Marc Terjung über ihre Erfahrungen im Writers‘ Room und ihre spezifischen Arbeitsprozesse Herzkino reloaded. Eine Podiumsdiskussion über  Stoffentwicklung … Weiterlesen