Jessica Jones: Genau wie ich, nur besser. Und ein bisschen schlechter.

Jessica Jones ist vielleicht nicht die anspruchsvollste Serie der letzten Jahre. Dafür wartet die aktuell viel beworbene Netflix-Produktion mit einer der coolsten und stylishsten Protagonistinnen auf. Umso mehr in der mit starken weiblichen Rollen dünn besiedelten Serienlandschaft. Umso noch mehr im mit Witzfiguren dicht besiedelten Marvel-Universum.  Aber wie kommt es, dass wir ausgerechnet die unzuverlässige, … Weiterlesen

Filmkonzepte, Teil 2

Eine Filmidee zu entwickeln bedeutet, Lösungen für die Probleme zu finden, die darin stecken. Je früher im Prozess ihr diese Probleme erkennt, desto eher könnt ihr dafür Lösungen finden. YouTube: Filmkonzepte: PROBLEME erkennen Schreibt eure Einzeiler so lange um, bis Auslöser, Hauptfigur und Auflösung darin erkennbar werden. Danach solltet ihr sie neu bewerten. Ist das … Weiterlesen

Erzählen wie im Kino: Das Videospiel Beyond Good & Evil

Dramaturgie und Interaktivität sind die beiden Pole auf deren Achse sich jedes Videospiel positioniert: Damit es nicht nur Film oder Buch ist, ohne jede Interaktion, oder nur Spielzeug, ohne jede Erzählung. Nicht, dass einer der beiden Pole schlecht wäre: Wir lieben Film und es gibt tolles Videospielzeug, dessen wir uns nur oft gar nicht bewusst … Weiterlesen

Die Logik des Krieges in THE WALKING DEAD

Aus gegebenem Anlass möchte ich als neuer Autor auf diesem Blog mit einem Text über Gruppenpsychologie am Beispiel von THE WALKING DEAD beginnen. Parallelen zum aktuellen weltpolitischen Geschehen sind dabei nicht zufällig. Die Erfolgszombieserie THE WALKING DEAD ist aus psychologischer Sicht vor allem eine Serie über die soziale Interaktion von Gruppen. Hauptthema sind immer wieder … Weiterlesen

„Wir haben immer noch nicht verstanden“ – plotorientiertes und charakterorientiertes horizontales Erzählen

In der Süddeutschen Zeitung wird der stellvertretende Programmdirektor des ZDF Reinhold Elschot in Bezug auf Matthias Glasners Serie BLOCHIN mit den Worten „Wir haben jetzt verstanden, was ihr alle wollt!“ zitiert. Er meint damit vor allem die horizontale Erzählweise von BREAKING BAD etc., in der er den Grund für den internationalen Erfolg dieser Serien sieht. … Weiterlesen

Erster Eindruck: Der Marsianer

Aktuelle Kinofilme dramaturgisch zu untersuchen ist schwierig, weil wir sie dafür eigentlich mehrfach sehen müssten. Dafür fehlen die Ressourcen und manchmal die Geduld. Deshalb ein kurzer erster dramaturgischer Eindruck, der weder umfassende Vollständigkeit, noch analytische Detailtiefe verspricht – dafür spontane Ehrlichkeit und die Konzentration aufs Wesentliche. Heute: Der Marsianer – Rettet Mark Watney. Der Marsianer … Weiterlesen

Serielles Erzählen im Videospiel: Life Is Strange

»Life is strange«, zu dieser Feststellung gehören ein ™ und fünf Episoden: Life Is Strange ist ein Videospiel, ein seriell erzähltes Videospiel. Denn nicht nur für uns Film- und Fernsehschaffenden ist die Serie das große Thema; sie ist es auch bei Spieleentwicklern. Der weitverbreitete digitale Vertrieb von Videospielen, also der Verzicht auf teure physische Kopien, … Weiterlesen

Theorie tl;dr: Über zwei Strecken einer Reise (Geburtstagsedition)

Too long; didn’t read: Texte aus Drehbuch-, Film- und Welttheorie, kurz, knapp, bündig zusammengefasst und auf ihren Wert fürs filmschreiben hin geprüft – seit einem Jahr! Heute vor einem Jahr veröffentlichte ich das erste Theorie tl;dr: Über die Bedeutung der Form bei Joseph Campbell. Heute also die Geburtstagsedition mit einem Text von Ron: „Die emotionale … Weiterlesen

Erzählen ohne Erzählung: Banished und Anno 1602

Banished

Letzten Monat haben wir mit This War of Mine ein Videospiel besprochen, das nur durch das Setzen der Protagonisten und eines Erregenden Moments (den Ausbruch eines Krieges) eine hoch dramatische Geschichte erzählt. Der Spieler trifft interaktiv Entscheidungen über eine individuelle Geschichte – und durch den erzählerischen Rahmen des Spiels (Krieg) und seine Übersetzung in Regeln … Weiterlesen

Theorie tl;dr: Über das Damoklesschwert

Too long; didn’t read: Texte aus Drehbuch-, Film- und Welttheorie, kurz, knapp, bündig zusammengefasst und auf ihren Wert fürs filmschreiben hin geprüft. Heute das Kapitel „Tension and its Suspension“ aus Play-Making. A Manual of Craftsmanship von William Archer. In 140 Zeichen (Was ist das?): William #Archer: #Spannung bedeutet ein „Ausweiten“, „Ausspannen“ im #Bewusstsein des Zuschauers … Weiterlesen

Und Action

In der Dramaturgie geht es um Anstrengungen, Verletzungen, Angst, Schmerz. Weil es um Motivation und Werte, Liebe, geht. Ein Protagonist, der sich anstrengt, tut das für etwas. Ein Protagonist, der Verletzungen verwindet, sich seiner Angst stellt und Schmerz erträgt, hat Werte, deren Erhaltung wichtiger sind als das; hat Liebe für etwas, bereit dafür Opfer zu … Weiterlesen