Radikalisierung und Integration

Das Weltgeschehen unserer Gegenwart in unsere Erzählstoffe einzuweben bzw. unsere Geschichten aus dieser Weltgeschichte, diesen Weltgeschichten heraus zu erzählen: Das sollte uns allen ein großes Anliegen sein. Weil es uns und unser Publikum betrifft, weil wir Erzähler Vermittler sind und unser Publikum der Vermittlung bedarf. Dieser Artikel erschien ursprünglich in der 34. Ausgabe des »Wendepunkt«, … Weiterlesen

Erster Eindruck: The Revenant

Aktuelle Kinofilme dramaturgisch zu untersuchen ist schwierig, weil wir sie dafür eigentlich mehrfach sehen müssten. Dafür fehlen die Ressourcen und manchmal die Geduld. Deshalb ein kurzer erster dramaturgischer Eindruck, der weder umfassende Vollständigkeit, noch analytische Detailtiefe verspricht – dafür spontane Ehrlichkeit und die Konzentration aufs Wesentliche. Heute: The Revenant, Buch Mark L. Smith und Alejandro … Weiterlesen

Warum DEUTSCHLAND´83 nicht gefloppt ist

DEUTSCHLAND´83 ist auf RTL quotenmäßig gefloppt. Und das, obwohl noch nie eine deutsche Serie oder ein deutscher Spielfilm im Vorfeld mit so viel medialer Aufmerksamkeit bedacht und mit Lobeshymnen besungen wurde (was zum Teil auch daran liegen mag, dass einige Medien einfach dpa-Meldungen wortwörtlich übernommen und lediglich den Titel geändert haben wie beispielsweise abendblatt.de und … Weiterlesen

Erzählökonomie: Was Prosa-AutorInnen von Film-AutorInnen lernen können

Eine der Hauptschwierigkeiten beim Entwickeln und Erzählen einer Geschichte besteht darin, aus der riesigen Fülle von Ideen und den Möglichkeiten an Figuren, Konflikten, Handlungen, Themen, Ereignissen, Szenen und Dialogen die „richtigen“ auszuwählen und die „falschen“ wegzulassen. Die Kriterien, an denen sich Autorinnen und Autoren orientieren können, um diese Entscheidungen zu treffen, lassen sich mit dem … Weiterlesen

Wie Filmjournalisten DEUTSCHLAND´83 kaputt loben – eine Wutrede

Liebe Filmjournalisten, die Ihr die Serie DEUTSCHLAND´83 in den Himmel jauchzt, – sie in einem Atemzug mit HOMELAND nennt, weil sie es „tatsächlich mit der US-Konkurrenz aufnehmen kann“, die Ihr sie „furios“ und „verwegen“ findet, als „Epos“ bezeichnet, das den „Spannungsbogen“ hält und deshalb empfehlt, „unbedingt diese Serie zu schauen“ (Christian Buß auf spiegel.de); – … Weiterlesen

Die Logik des Krieges in THE WALKING DEAD

Aus gegebenem Anlass möchte ich als neuer Autor auf diesem Blog mit einem Text über Gruppenpsychologie am Beispiel von THE WALKING DEAD beginnen. Parallelen zum aktuellen weltpolitischen Geschehen sind dabei nicht zufällig. Die Erfolgszombieserie THE WALKING DEAD ist aus psychologischer Sicht vor allem eine Serie über die soziale Interaktion von Gruppen. Hauptthema sind immer wieder … Weiterlesen

Warum sind einige Serien international erfolgreich – und andere nicht?

Woran liegt es, dass us-amerikanische Serien wie DIE SOPRANOS, BREAKING BAD, THE WIRE, HOUSE OF CARDS, GAME OF THRONES, MAD MEN und skandinavische Serien wie BORGEN, KOMMISSARIN LUND (beide aus Dänemark) und DIE BRÜCKE (eine dänisch-schwedische Koproduktion) international so erfolgreich sind? Endgültig kann natürlich niemand genau sagen, warum ein Film oder eine Serie erfolgreich ist … Weiterlesen

“Never mind the characters, never mind plot.” – die themaorientierte Entwicklungsmethode

Es gibt drei Arten von Geschichten: charakterzentriert, konfliktbasiert und werteorientiert. Charakterzentrierte Geschichten fokussieren die Figuren und ihre Beziehungen zueinander und stellen die Charakterentwicklung der Hauptfigur(en) dar. Konfliktbasierte Geschichten stellen einen außergewöhnlichen Handlungsverlauf in den Vordergrund. Werteorientierten Geschichten geht es um die Erzählung von bestimmten Themen, um damit eine Aussage über das Menschsein und die Gesellschaft … Weiterlesen

Ob das was wird mit der international erfolgreichen deutschen Serie?

Die Frage, die in der Diskussion um den seit ein paar Jahren anschwellenden Serien-Hype regelmäßig gestellt wird, ist, wann es endlich (seit Derrick, möchte ich hinzufügen) die international erfolgreiche deutsche Serie gibt. Momentan werden einige Kandidaten heiß gehandelt, u.a.: BABYLON BERLIN, die fast revolutionäre Co-Produktion der (einstigen) Todfeinde ARD und SKY. Der acht- bis zwölfteiliger … Weiterlesen

Grundlagen II: Was ist eine Geschichte und wie funktioniert sie?

Drei Antworten auf die Frage, was eine Geschichte ist und wie sie funktioniert: Die Antwort der figurenzentrierten Dramaturgie: Eine Geschichte ist ein dreidimensionales Abbild des Menschseins. Sie erzählt von Veränderungen in drei Welten: der äußeren Welt der Handlungen, der emotionalen Welt der Beziehungen und der inneren Welt der Identität. Und von den wechselseitigen Abhängigkeiten dieser … Weiterlesen

Theorie tl;dr: Über Hitchcock und über ihn hinaus

Too long; didn’t read: Texte aus Drehbuch-, Film- und Welttheorie, kurz, knapp, bündig zusammengefasst und auf ihren Wert fürs filmschreiben hin geprüft. Heute der Essay Hitch as Matrix-Figure: Hitchcock and Twentieth-Century Cinema von John Orr. Anmerkung: Für gewöhnlich erscheint Theorie tl;dr am Mittwoch. Entschuldigt bitte die Verspätung, scheinbar ist irgendetwas bei der Veröffentlichung gestern schief … Weiterlesen

Grundlagen I: Was ist eine Geschichte und wie funktioniert sie? – Teil 2

Drei Antworten auf die Frage, was eine Geschichte ist und wie sie funktioniert: Eine Geschichte ist ein dreidimensionales Abbild des Menschseins. Sie erzählt von Veränderungen in drei Welten: der äußeren Welt der Handlungen, der emotionalen Welt der Beziehungen und der inneren Welt der Identität. Und von den wechselseitigen Abhängigkeiten der Welten voneinander. Damit unterstützen sie … Weiterlesen