Wie man den emotionalen Kern einer Geschichte findet

Konflikt ist eine der tragenden Säulen jeder dramatischen Erzählung. Die Drehbuch-Gurus dieser Welt sind sich einig: Kein Drama ohne Konflikt. Einige gehen sogar noch weiter und sagen: Drama IST Konflikt. Allein, dieses vermeintlich so einfache Konzept ist manchmal nur schwer zu greifen. Konflikt kann etwas sehr Abstraktes sein. Und wenn wir unsere Suche allzu schematisch betreiben, dann kann es wohl passieren, dass wir mit einer jener High-Concept-Ideen enden, die man zwar als eine kreative Leistung bezeichnen könnte, der aber ein entscheidendes Element fehlt: ein emotionaler Kern, mit dem wir uns als Zuschauende spontan verbinden können.

Theorie tl;dr: Über das Einfühlen

Too long; didn’t read: Texte aus Drehbuch-, Film- und Welttheorie, kurz, knapp, bündig zusammengefasst und auf ihren Wert fürs filmschreiben hin geprüft. Heute aus das Kapitel »Figuren – Ambivalenz und Empathie« von Eva-Maria Fahmüller aus ihrem Buch Neue Dramaturgien.

The Golden Age of Psychology on Television – An Introduction to Psychopathology in Movies and TV Series

filmschreiben.de-Autor Dr. Niklas Gebele hat auf seinem Charakterneurosen-Blog das sehr lesenswerte Manuskript eines Vortrags veröffentlicht, den er krankheitsbedingt leider nicht wie geplant beim Interdisciplinary College 2018 halten konnte: „As we witness the Golden Age of Television, we are confronted with a huge amount of well written, complex, and psychologically developing characters in movies and – … Weiterlesen

Fliehen und hoffen: Von Taten und ihren Opfern

Liste von 24 NS Opfern

Nach Terrorakten und Amokläufen werden journalistische Medien von Seiten sozialwissenschaftlicher Forschung immer wieder kritisiert, die Berichterstattung über Täter und Tatmotive ermögliche die Identifikation mit ihnen, fördere möglicherweise Nachahmung. Das muss Erzählerinnen und Erzähler alarmieren, wir arbeiten mit der Identifikation des Lesers und Zuschauers viel mehr als es die Journalistin tut. Doch wir können nur Täter erzählen. Oder?

Writersroom – Fluch oder Segen?

Im Sommer 2017 wurden über den Mail-Verteiler der Filmakademie Baden-Württemberg Autoren für eine Multicam-Sitcom gesucht, die im Writers‘ Room entwickelt werden sollte. Obwohl ich zu dem Zeitpunkt viele Projekte auf dem Tisch hatte, entschied ich mich dennoch mitzumachen. Nicht nur weil ich ein großer Sitcom-Fan bin, sondern weil mich der Begriff „Writers‘ Room“ so fasziniert: Alle sprechen davon, kaum einer macht das. Das war meine Einschätzung – zumindest an den Filmhochschulen. Also schrieb ich der Produzentin eine Mail und machte auf meinem Schreibtisch Platz für ein weiteres Projekt.

Link: Fuchs und Hase, fliehen und hoffen (Wendepunkt N°40)

In der aktuellen Ausgabe des Wendepunkts, der Zeitschrift des Verbands für Film- und Fernsehdramaturgie VeDRA, schreibt filmschreiben-Autorin Christine Pepersack über die Provinz als tragendes dramaturgisches Element zwischenmenschlicher Handlung, ich selbst über die Dramaturgie von Opfererzählungen, jenen Geschichten, in denen die Figuren nicht für sich verantwortlich gemacht werden dürfen.

Paul Feyerabends ZEITVERSCHWENDUNG – wieder gelesen und fündig geworden

Vor fast 24 Jahren ist der umstrittene Philosophieprofessor Feyerabend gestorben. Ich hatte ihn 1992 gebeten, aus seinen Dialogen ein Theaterstück zu machen, das ich hätte in Stuttgart inszenieren können, weil ich wusste, dass kreativ-künstlerisches Schreiben ein Lebenstraum von ihm war. Er soll übrigens die Idee zu der TV-Reihe Columbo gehabt haben, in der der Zuschauer … Weiterlesen

Theorie tl;dr: Über Mythen und Edelkitsch

Too long; didn’t read: Texte aus Drehbuch-, Film- und Welttheorie, kurz, knapp, bündig zusammengefasst und auf ihren Wert fürs filmschreiben hin geprüft. Heute das Kapitel »Missbrauch und Trivialisierung des Mythos« von Michael Schneider aus seinem Buch Vor dem Dreh kommt das Buch. In 50 Worten (Was ist das?): Unsere Gesellschaft hat ihre Sinnstiftung durch Mythologien, … Weiterlesen

Leerstellen der Dramaturgie

In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Neue Dramaturgien: Zwischen Monomythos, Storyworld und Serienboom“ fasst die VeDRA-Vorsitzende und Leiterin der renommierten Master School Drehbuch Eva-Maria Fahmüller die aktuellen Entwicklungen in der Film- und Seriendramaturgie zusammen und stellt die Frage nach gesellschaftlichen Bezügen und Möglichkeiten der praktischen Anwendung insbesondere im deutschsprachigen Raum. Ich traf meine Kieznachbarin einen Tag … Weiterlesen