Zur Dramaturgie von YouTube-Videos

Es ist nicht möglich, von einem YouTube-Video zu sprechen und alle YouTube-Videos zu meinen, genauso wenig wie es möglich ist von einer Fernsehausstrahlung zu sprechen und dabei gleichzeitig alle Inhalte zu meinen. Dennoch bietet die Film- und Fernsehdramaturgie einen Ansatz, der für jedes Fernsehformat und auch für YouTube-Videos angepasst und angewendet werden kann. Allen diesen denkbaren Formaten sowohl online als auch offline ist nämlich gemein, dass sie ihr Publikum interessieren wollen bzw. wollen sollten.

Transformational Storytelling: A conversation with Tom Schlesinger

Over the last couple of months I had the chance to conduct a series of interviews with screenwriting teacher Tom Schlesinger about his approach to screenwriting and his two upcoming seminars in Munich and in Berlin. Here is a condensed version of what we discussed.

Link: Zwischen Baby und Bildschirm

Zwischen Baby und Bildschirm ist ein Podcast der beiden Drehbuchautoren Eral und Georg, die in jeder Folge ein, zwei Serien diskutieren. Die beiden kennen sich aus, die Folgen sind sehr interessant. Letzten Samstag habe ich mit Eral und Georg eine Folge zur US-Serie This Is Us aufgenommen. Jetzt ist schon eine kleine Bonusfolge mit Serienempfehlungen erschienen.

Erster Eindruck: Gundermann

Aktuelle Kinofilme dramaturgisch zu untersuchen ist schwierig, weil wir sie dafür eigentlich mehrfach sehen müssten. Dafür fehlen die Ressourcen und manchmal die Geduld. Deshalb ein kurzer erster dramaturgischer Eindruck, der weder umfassende Vollständigkeit, noch analytische Detailtiefe verspricht – dafür spontane Ehrlichkeit und die Konzentration aufs Wesentliche. Heute: Gundermann, Buch: Laila Stieler.

Grundsätzliches zu KINDESWOHL

Der englische Film Kindeswohl, zur Zeit in den Kinos, ist eigentlich recht positiv besprochen worden. Kritiker fühlen sich nur dann in ihrer Identität wohl, wenn sie zumindest etwas mäkeln können. So auch in diesem Fall. Das nehme ich zum Anlass, aus der Perspektive eines Dramaturgen und Gelegenheits-Autoren darauf aufmerksam zu machen, dass die Schöpfer von Kunstwerken immer das Recht haben, ihrer Intention zu folgen.

TOTE MÄDCHEN LÜGEN NICHT (1+2): Welche Verantwortung haben Autor*innen?

Die Schöpferkraft eines Autors folgt leider nicht immer seinem Willen; das Werk gerät, wie es kann, und stellt sich dem Verfasser oft wie unabhängig, ja wie fremd, gegenüber. (Sigmund Freud) Wie auch immer man über die vieldiskutierte Netflix-Serie TOTE MÄDCHEN LÜGEN NICHT (13 REASONS WHY) denkt, eines ist wohl unstrittig: Sie regt zum Nachdenken an … Weiterlesen

Houellebecqs UNTERWERFUNG im Fernsehen

Als Methusalem dieses filmschreiben-Blogs habe ich ein paar Tage gewartet, weil ich jüngeren Kollegen in diesem Fall den Vortritt lassen wollte. Ist das so, dass dieser Ausnahme-TV-Film, Unterwerfung, keiner näheren Betrachtung und Diskussion für würdig betrachtet wird? Mich jedenfalls hat es am letzten Mittwoch vor dem Fernseher geradezu gerissen, ich fühlte mich in die Zeit vor 50 Jahren zurückversetzt, wo das TV-Spiel noch ein Experimentierfeld war und seine Quellen Theater und Journalismus.

Link: Nicht objektiv, sondern verantwortungslos

Carolin Emcke kritisiert auf sueddeutsche.de die politischen Talkshows im deutschen Fernsehen und deren Rolle im gesellschaftlichen Diskurs – und klingt dabei ziemlich vernichtend: »Es ist verwunderlich, wie fahrlässig manche TV-Redaktion sich selbst delegitimiert, indem sie so tut, als gäbe es das gar nicht: journalistische Arbeit.«

Link: New Final Draft Update Includes Stock Female Characters To Help Fill Out Scripts

»New Final Draft Update Includes Stock Female Characters To Help Fill Out Scripts«. Neben dem Einfügen möglicher weiblicher Standardfiguren erkenne das Programm auch selbst weibliche Vornamen und frage dann ihre Funktion, ob love interest oder eye candy, in der Erzählung ab. Das berichtet die amerikanische Website The Onion – ein Satiremagazin.

Link: Die Anstalt vom 22. Mai 2018

In der jüngsten Folge der Anstalt geht es um Rundfunkbeitrag, Rundfunkbeirat, öffentlich-rechtliches und privates Fernsehprogramm, und die Bündelung von Printmedien in den Händen weniger Verlage. Neben Max Uthof und Claus von Wagner sind Hazel Brugger, Horst Evers und Chin Meyer mit dabei. Es läuft Hart aber leer, Wer ist Milliardär?, und Angela Merkel kauft Titanic und konkret.

Erster Eindruck: The Happy Prince

The Happy Prince ist ein letzter Akt. Sowohl metaphorisch für das Ende eines Lebens, als auch dramaturgisch als Ende der Erzählung: Alle wichtigen Entscheidungen sind schon gefallen, die Wendepunkte liegen in der Vergangenheit; es gibt keine Ziele mehr, die es zu erreichen gilt, und keine Bedürfnisse, die noch erfüllt werden könnten; es wartet weder Triumph noch Scheitern. Wilde verkauft Stücke, die er nie schreiben will: Er wartet auf den Tod.