Tatort Drehbuch: Wie die ARD Autorinnen erst benachteiligt und dann ignoriert

In Tatort und Polizeiruf sind zu wenig Autorinnen beschäftigt: 2018 waren es 6,1 Prozent. Anfang des Jahres richteten sich 76 deutsche Drehbuchautorinnen in einem Brandbrief an die ARD-Sender, forderten eine 50-Prozent-Quote bis 2021 und boten dafür die Zusammenarbeit an einem runden Tisch an – bisher vergeblich. Die Beschäftigung von mehr Frauen scheitere an der »Qualitätsentscheidung« der Redaktionen, das ist das Argument der Sender.

Über die Entscheidungsfindung der Figuren – eine Lektüreempfehlung für Autor*Innen

Rolf Dobelli hat sich mit seinen Management- und Lebensratgebern einen Namen gemacht. Ob Anleitungen zum Leben wirklich nötig sind, das sei dahingestellt. Interessant ist aber, dass einige Beobachtungen und Stichpunkte aus „Die Kunst des klaren Denkens“ für Figurenentwicklung im Speziellen und Dramaturgie ganz allgemein fruchtbar gemacht werden können.

Drei-Akt-Struktur IV: der dritte Akt

Mit dem zweiten Wendepunkt rückt die endgültige Konfliktauflösung in den Blick, das heißt, die vielen Optionen, die die Hauptfigur bis dahin hatte und von denen sie nicht wusste, welche sie zur Auflösung des Konfliktes führen kann, werden bis auf eine ausgeschlossen. Alle Hindernisse bis auf ein letztes großes sind überwunden. Der zweite Wendepunkt markiert den „Anfang vom Ende“.

Erster Eindruck: Systemsprenger

Systemsprenger ist ein großartiger, schmerzhafter, weitgehend realistischer Film über ein Kind mit einer schweren Bindungsstörung und die Lücken in unserem sozialpädagogisch-psychiatrischen Versorgungssystem. Allerdings ist der Film potentiell auch sehr triggernd, durch die Darstellung von Traumatisierung, emotionaler Vernachlässigung und Gewalt. Insofern ist der Film dringend allen zu empfehlen, die sich so etwas ansehen können – allen anderen ist dringend davon abzuraten. Nachdem das gesagt ist, hier mein – weitgehend spoilerfreier – erster Eindruck.

Das Problem Netflix am Beispiel The Laundromat

Als Oldie vermeide ich es aus prinzipiellen Gründen ,große‘ Filme auf dem Computer anzuschauen oder gar, ein no go, auf dem Smartphone. Bei einer VeDRA-Diskussion auf dem Münchner Filmfest, wo es um neue Produktionsmöglichkeiten von Serien ging, fragte der Moderator am Ende, ob die Autoren und Regisseure nicht Probleme damit hätten, dass Ihre Werke nicht mehr im Fernsehen und Kino gezeigt würden. Offensichtlich waren die Macher mit dieser Frage überfordert, sie hatten sich darüber einfach noch keine Gedanken gemacht.

Erster Eindruck: Ad Astra

Manchmal trüben mir Vorurteile die Wahrnehmung: Nach Ad Astra war ich mir sicher einen Debutfilm gesehen zu haben, und zwar nicht bloß den Debutfilm eines Nachwuchsautorenfilmers, sondern den eines gestandenen Produzenten, der jetzt auch mal einen eigenen Stoff entwickelt und sich dann selbst als Regisseur eingesetzt hatte, um sein Baby möglichst unbeschädigt von (dummen wie klugen) äußeren Einflüssen auf die Welt zu bringen.

Drei-Akt-Struktur III: der zweite Akt

Im ersten Wendepunkt tritt die Hauptfigur aus ihrer gewohnten, aber gestörten Welt in eine neue, unbekannte Welt, in die Welt des zweiten Aktes. Sie muss in dieser neuen Welt bestehen, wenn sie ihr Ziel erreichen will. Eine Fortsetzung der Artikel »Drei-Akt-Struktur I: Struktur ist wichtig. Aber nicht so wichtig« und »Drei-Akt-Struktur II: der erste Akt«.

Elisabeth Herrmann im Interview: »Menschen, die aus deinen 100 Prozent 120 herausholen.«

Kaum einer, der ihre Werke nicht kennt: Die Autorin Elisabeth Herrmann hat das geschafft, wovon die meisten ihrer Kollegen und Kolleginnen ein Leben lang nur träumen – doch der Weg dahin war steinig. Ich habe Elisabeth ein paar Fragen gestellt.

Erster Eindruck: Der unverhoffte Charme des Geldes

Man muss ja immer einige Jahre auf einen neuen Film des Franko-Kanadiers Denys Arcand warten. Inzwischen ist er 78 Jahre alt und es ist hoffentlich nicht sein letzter. Denn mit diesem Film ist er ganz nah bei der Jugend und am Zeitgeist. Wie immer wird dieser Zeitgeist intelligent kritisiert: der Neoliberalismus, der durch das Nachbarland Amerika bestimmt ist. Man kann sagen: Denys Arcands ständiger Hauptfeind.

Link: Wendepunkt N°44

Der Verband für Film- und Fernsehdramaturgie hat die 44. Ausgabe des Dramaturgiemagazins Wendepunkt herausgegeben. Thematischer Schwerpunkt sind Methoden der Stoffentwicklung: Timo Gößler und Katrin Merkel schreiben über den Writers‘ Room in Deutschland und Egbert von Wyngaarden über »agile Stoffentwicklung«.

Sehnsucht nach Helden oder worin liegt das Erfolgsgeheimnis der Superheldenfilme?

Als europäischer Drehbuchautor betrachtet man einen Superheldenfilm im Kino doch eher skeptisch: zu kitschig und naiv wirkt die Comic-Vorlage; zu profan bedient sich Hollywood, in Ermangelung neuer Stoffentwicklung, an der popkulturellen Kinderstube.