Der Motor der Charakterentwicklung – Konflikt

Wenn die Charakterentwicklung das Wesen einer Geschichte ist, dann ist Konflikt ihr Motor. Ohne Konflikt keine Geschichte, noch nicht einmal eine Szene. Man stelle sich folgenden Film vor: Mann und Frau lernen sich kennen, verlieben sich ineinander, kommen zusammen, heiraten, bauen ein Haus, fahren in die schönsten Urlaube, streiten sich nie, werden gemeinsam bei bester … Weiterlesen

Die Heldenreise – Teil 3: Die Heilung

Die Heldenreise ist ein dramaturgisches Modell zur Gestaltung der Charakterentwicklung der Hauptfigur. Ihre zwölf Stadien beschreiben, wie die Hauptfigur ihre verletzten Funktionen – Körper, Geist, Seele, Herz – heilt und dadurch zum Helden wird. Die „Reise“ ist also primär nicht eine geografische, sondern eine emotionale, mentale oder seelische. Es ist eine Reise hin zu sich … Weiterlesen

Die Heldenreise – Teil 2: Die Zerstörung der ursprünglichen Ganzheit

Die zwölf Stationen der Heldenreise beschreiben die Charakterentwicklung der Hauptfigur. Sie ist eine Reise hin zu sich selbst, auf der die Hauptfigur den zerstörten ursprünglichen Seinszustand der Ganzheit wieder herstellt. Heldenreisen erzählen damit also Geschichten der Heilung eines verletzten Ichs. Sie lässt sich in fünf Phasen einteilen: die Welt des alten Ichs als Verlust der … Weiterlesen

Link: Ein neues Fördermodell?

„Was halten Sie von einem neuen Fördermodell für den deutschen Film, bei dem Kino und Fernsehen getrennt würden?“ Diese Frage stellt „der Freitag“ und lässt wichtige Leute antworten: Ellen Wietstock (black box): „Auf einen Schlag wären viele Probleme gelöst“ Christian Granderath (Leiter der Abteilung Film, Familie, Serie beim NDR): „Wird es dann Löwen und Palmen … Weiterlesen

Die Heldenreise – Teil 1

Was ist die Heldenreise? Die Heldenreise ist ein Erzählmuster. Sie findet sich bereits in der ältesten schriftlich überlieferten Geschichte der Menschheit wieder, dem über 4000 Jahre alten Gilgamesch-Epos: Gilgamesch ist der tyrannische Herrscher von Uruk. Als sein Gefährte Enkidu stirbt, bricht er auf, um Unsterblichkeit zu erlangen, findet stattdessen jedoch Weisheit und kehrt als gütiger … Weiterlesen

Schlecht sein dürfen

Ob man gute oder schlechte Geschichten schreibt, erfolgreich oder erfolglos ist, Spaß am Entwickeln und Schreiben hat oder immer wieder frustriert davon ist, hängt weniger vom dramaturgischen Wissen und noch weniger vom Talent ab als vielmehr von der geistigen Einstellung, der Haltung dem Schreiben, aber vor allem sich selbst gegenüber.

Bei vielen Autorinnen und Autoren herrscht ein enormer Perfektionismus einhergehend mit einem gerne lauten inneren Kritiker. Perfekt sein zu wollen in einem Gebiet, in dem es keine Perfektion gibt, in dem keine objektiven Maßstäbe Qualität messen können, sondern das Geschmäcklerische viel zu oft dominiert (und leider viel zu oft mit dramaturgischen Argumenten und objektiven Kriterien verwechselt wird), ist gelinde gesagt ungünstig. Es gibt keine perfekte Geschichte, keinen perfekten Roman und keinen perfekten Film. Was also tun mit dem hauseigenen Perfektionismus?

Den inneren Kritiker bekämpfen macht keinen Sinn. Zumal er eine wichtige Funktion hat. Wir brauchen ihn. Nur eben zur richtigen Zeit. Und die ist nicht, wenn man gerade schöpferisch ist, Ideen generiert, den Flow entfacht. Hier bremst er nur aus. Später wird er wichtig, wenn es gilt, die Ideen zu bewerten und die beste zu finden. Man muss also wissen, in welcher Phase des kreativen Prozesses man sich gerade befindet, und den inneren Kritiker bitten, in der schöpferischen Phase die Klappe zu halten.

Eine andere sehr gute Möglichkeit, nicht nur einen produktiven Umgang mit dem inneren Kritiker zu finden, ist das Führen eines Arbeitsjournals. Das Arbeitsjournal ist eine Art Tagebuch, in dem man sein Arbeiten dokumentiert. Hier kann man dem inneren Kritiker freien Lauf lassen, hier darf er sich auskotzen, und nachdem er es getan hat, ist in der Regel auch erst einmal Ruhe für eine Weile. Sich frei schreiben, Belastendes, Ärgerliches, den ganzen Alltags- und sonstigen Mist wegschreiben, darum geht es im Arbeitsjournal.

Was aber geradezu unerlässlich ist, um einen guten Umgang mit dem inneren Kritiker und vor allem mit sich selbst zu finden, ist eine Erlaubnis, die man sich geben sollte, nämlich die Erlaubnis, schlecht sein zu dürfen. Es macht keinen Sinn, permanent gut sein zu wollen. Wer immer gut sein will, dem ist nie etwas gut genug. Man muss sich deshalb die Erlaubnis geben, schlecht sein zu dürfen. Dann kann sich fast die gesamte Schreibwelt auf den Kopf stellen. Man ist entspannter und hat mehr Spaß am Schreiben. Ohne sich groß Gedanken zu machen, einfach drauf los schreiben. Schreiben um des Schreibens Willen. Es ist egal, was dabei herauskommt. Denn man darf schlecht sein. Das Paradoxe ist: Meistens ist das, was dabei herauskommt, ziemlich gut, besser jedenfalls als das, was heraus gekommen wäre, wenn man krampfhaft versucht hätte, gut zu sein.

Schlecht sein gehört zum kreativen Geschäft. Das ist in jedem künstlerischen Beruf so. Autorinnen und Autoren sind keine Maschinen. Es läuft nicht immer gut. Manchmal läuft es super, manchmal beschissen. Und es geht darum, die beschissenen Tage zu genießen, locker zu bleiben, sich zu sagen, okay, heute ist ein Misttag, dann mache ich halt, was geht und überarbeite es morgen, nichts ist verloren.

Vor allem sind solche Tage kein Grund, an sich selbst zu zweifeln, am eigenen Talent, an der eigenen Kreativität. Das wäre der falscheste Fehlschluss überhaupt. Und es würde den inneren Kritiker bestätigen und ihm sogar auf lange Sicht zum Sieg verhelfen. Denn die Konsequenz wäre, irgendwann das Schreiben aufzugeben.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem inneren Kritiker? Ist er wild und ungestüm oder arbeitet er mit Ihnen zusammen? Schreiben Sie uns. Es interessiert uns. Und viele andere Leserinnen und Leser sicher auch.

Wie funktionieren Liebesgeschichten? – Das Erzählmuster “Geopferte Liebe“

Das Szenario der geopferten Liebe ist ein populäres und sehr erfolgreiches Erzählmuster. Filme und Romane, die diesem Muster folgen sind beispielsweise Die Brücken am Fluss (Roman von Robert James Wallner, 1992; Film von Clint Eastwood, Drehbuch: Richard LaGravenese, 1995), Der Pferdeflüsterer (Roman von Nicholas Evans, 1995; Film von Robert Redford, Drehbuch: Eric Roth und Richard … Weiterlesen

Grundlagen II: Was ist eine Geschichte und wie funktioniert sie?

Drei Antworten auf die Frage, was eine Geschichte ist und wie sie funktioniert: Die Antwort der figurenzentrierten Dramaturgie: Eine Geschichte ist ein dreidimensionales Abbild des Menschseins. Sie erzählt von Veränderungen in drei Welten: der äußeren Welt der Handlungen, der emotionalen Welt der Beziehungen und der inneren Welt der Identität. Und von den wechselseitigen Abhängigkeiten dieser … Weiterlesen

Die emotionale Reise der Hauptfigur

Die emotionale Reise ist ein wunderbares dramaturgisches Werkzeug, um den langen und schwer zu entwickelnden Mittelteil einer Geschichte – die Konfliktaustragung im 2. Akt – aufzubauen. Sie unterscheidet sich von der kontinuierlichen Konfliktsteigerung, in der die Hauptfigur im 2. Akt mit immer größer werdenden Hindernissen konfrontiert wird, indem sie den 2. Akt in zwei Teile … Weiterlesen

Link: Filmförderung als Geld- und Qualitätsvernichtungsmaschinerie

Die WELT über den jährlichen Bericht des Erich-Pommer-Instituts (EPI) zur Filmförderung: „Mit 310 Millionen Euro im Jahr werden deutsche Filme gefördert. Doch das Ergebnis ist bitter: Immer mehr Produktionen bekommen immer mehr Geld – doch sie finden immer häufiger kein Publikum. Neunzehn Behörden des Bundes und der Länder kümmern sich allein um die Filmförderung. Also … Weiterlesen

Link: Wenn man uns doch nur ließe…

„Wenn man uns ließe, könnten wir es mit den Amerikanern und Skandinaviern mithalten.“ André Georgi, Orkun Ertener und Sascha Arango im ZEIT-Interview. Ist das so? Haben unsere Autorinnen und Autoren die gleiche Qualität wie die amerikanischen und skandinavischen? Liegt es lediglich daran, dass man sie nicht lässt? Meiner Meinung nach nein. Weil wir nicht die … Weiterlesen

Link: Miniserien würden kommen, wenn alles anders wäre

DWDL.de über eine Podiumsdiskussion mit Heike Hempel (ZDF, Fernsehfilm/Serie II), Katharina Dufner (ZDF, Fernsehfilm/Serie I), SWR-Fiction-Chefin Martina Zöllner und Degeto-Redaktionsleiter Sascha Schwingel auf dem FernsefilmFestival Baden-Baden zu dem Thema Serie, also eigentlich Fernsehfilme, aber dann doch irgendie Serie: viele Worthülsen, vollmundige Ankündigungen – wir werden sehen, ob Taten folgen. „Neue Miniserien brechen sich bahn, auch … Weiterlesen